Rheuma


Man schätzt, dass auf der Welt 100 Millionen Rheumakranke leben. Es handelt sich dabei nicht um eine moderne oder Wohlstandskrankheit, vielmehr ist Rheuma die älteste Krankheit, die wir zurückverfolgen können. Schon bei den Knochenresten aus der Steinzeit kann man chronische Veränderungen feststellen.

Rheuma - die teuerste Krankheit der Welt!

 

In der Bundesrepublik Deutschland leben ca. 3 Millionen Rheumakranke, die ständiger medizinischer Behandlung bedürfen. Die volkswirtschaftliche Belastung durch Produktionsausfall, Steuer- und Beitragsmindereinnahmen im Zusammenhang mit Rheuma wird auf 60 bis 80 Milliarden Mark jährlich geschätzt.

Weitere 20 Millionen Bundesbürger leiden unter Rheuma im Frühstadium - häufig ohne zu wissen, dass es sich bei ihren Beschwerden um Rheuma handelt.

Deshalb auch bei Rheuma: Vorsorge! Früherkennung! Behandlung!

Was ist eigentlich Rheuma?

Rheuma lässt sich nicht mit einer einzigen Definition umfassend beschreiben. Der Begriff "Rheuma" ist vielmehr ein Sammelbegriff für ca. 400 verschiedene Krankheitsbilder mit unterschiedlichen Ursachen und Erscheinungsformen. Alle Formen haben eins gemeinsam: den "fließenden", umherziehenden Schmerz.

Je nach dem Ort der Erkrankung unterscheidet man Gelenk- und Weichteilrheumatismus, nach der Verlaufsform entzündliche und nichtentzündliche Rheumaerkrankungen.

Wie bemerkt man Rheuma?

Jeder länger andauernde Schmerz im Bereich des Haltungs- und Bewegungsapparates muss als verdächtiges Zeichen einer rheumatischen Erkrankung gewertet werden. Das gilt insbesondere für Schmerzen, die im Zusammenhang mit Bewegungen der Bewegungsorgane oder Erwärmung der Gelenke auftreten sowie für Gelenkschwellungen mit Rötung.

Arthrose

Unter Arthrosen versteht man krankhafte, nichtentzündliche Veränderungen am Bewegungsapparat, die durch Abbau- oder Verschleißerscheinungen hervorgerufen werden. Geschädigt ist hierbei vor allem das Knorpelgewebe, das die Gelenkflächen schützend umgibt. Neben den Gelenken sind auch Teile der Wirbelsäule (Bandscheibe und Wirbelgelenke) betroffen. Als Ursachen werden mechanische Überbeanspruchungen durch Sport, Übergewicht und schwere körperliche Arbeit, aber auch entzündliche Prozesse und Stoffwechselstörungen genannt.

Arthritis

Unter diesem Begriff werden zwei Erscheinungsformen zusammengefasst:

Akute Polyarthritis, auch akutes rheumatisches Fieber genannt, wird durch bestimmte Erreger, die Streptokokken, ausgelöst und kann sich durch Antikörperreaktionen am Gelenk- und Herzgewebe bemerkbar machen. Diese Erkrankung tritt vornehmlich im Kindesalter auf und sollte unbedingt Beachtung finden.

Chronische Polyarthritis ist eine Entzündung der Gelenkinnenhaut, die nicht auf einem bakteriellen lnfekt, sondern auf einer Schwäche des körpereigenen Abwehrsystems beruht. Hierbei werden Antikörper gegen körpereigenes Gewebe gebildet, die sich im Blut als Rheumafaktoren nachweisen lassen.

Weichteilrheumatismus

Unter diesem Begriff werden alle entzündlichen und nichtentzündlichen Erkrankungen der Muskeln, Sehnen, ihrer Ansatzstellen am Knochen, der Sehnenscheiden und der Schleimbeutel zusammengefasst.

Gicht

Die Gicht ist eine angeborene Stoffwechselentgleisung. Der Körper produziert zu viel Harnsäure und/oder scheidet zu wenig Harnsäure aus. Das kann zu Ablagerungen kleiner Harnsäurekristalle in Gelenken, Sehnen und Nieren und damit zu Schmerzen, Gelenkentzündungen, Gichtknoten, Gichtnieren und Nierensteinen führen.

Entscheidend ist die richtige Diagnose

Schon erste Anzeichen von rheumatischen Schmerzen dürfen nicht verharmlost werden! Sie sind Anlass, den Arzt aufzusuchen. Vor allem im Kindesalter werden wechselnde Schmerzen in verschiedenen Gelenken (meist nach einer Infektionskrankheit) oft nicht ernst genommen und deshalb falsch oder gar nicht behandelt. Je früher die Behandlung einsetzt, desto mehr besteht Aussicht auf Erfolg, bevor es zu schweren und irreparablen Knochenveränderungen kommt. Der Patient muss gut über seine Krankheit unterrichtet sein, um selbst aktiv mithelfen zu können. Die Therapie kann sehr unterschiedlich aussehen: Kältetherapie bei akuten Entzündungen, während Muskel‑ und Weichteilrheumatismus eine Wärmebehandlung erfordern. Was das jeweils Richtige ist, entscheidet immer der behandelnde Arzt. Selbstdiagnose und eigenmächtiges Herumdoktern können gefährlich sein!

Was man vorbeugend tun kann:


|Drucken|Sie haben noch Fragen? | Zurück!|